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Eine Wattwanderung gehört zu den Höhepunkten eines Familienurlaubs an
der Nordsee. Zu Fuß über den Meeresboden zu laufen, der sechs Stunden
bereits wieder von der Nordesee bedeckt wird, ist ein großes Erlebnis
für Kinder.
Der graue Schlick glitscht zwischen den nackten Zehen und
riecht eigenartig. Fürs erste ist das Gefühl ungewohnt: Mit den nackten
Füßen kann man die im Wattboden verborgenen Herzmuscheln tasten. Gräbt
man eines der Tiere aus, kann man beobachten, wie die Muschel ihre
Klappen öffnet und sich wieder eingräbt. Auf den zweiten Blick
entdecken große und kleine Wattwanderer den ungeheuren Reichtum, der
sich im Meeresboden verbirgt: Die kleinen Sandkringel sind Spuren des
Wattwurms, das knisternde
Geräusch wird von Abertausenden von winzigen Schlickkrebsen verursacht.
Auf einem Quadratmeter Wattboden tummeln sich bis zu zwei Millionen
Organismen - winzige Algen, Würmer, Krebse, Muscheln und Schnecken.
Rund um Föhr kann man herrliche Spaziergänge im Nationalpark Wattenmerr
machen, zum Beispiel direkt vom Badestrand des Hauptortes Wyk aus, mit
Blick auf die Warften der Hallig Langeneß.
Bei gutem Wetter und wenn
der Tidenkalender günstig ist, kann man vom Westende der Insel Föhr aus
sogar zur Nachbarinsel Amrum wandern - aber der Weg ist nicht ohne, und
man sollte sich einem erfahrenen Wattführer anvertrauen. Überhaupt gilt
beim Wattwandern: Sicherheit zuerst. Bei schlechtem Wetter,
aufziehendem Gewitter oder Nebel sollte man auf keinen Fall ins Watt
gehen, und niemals allein.
Auch die Uhr muss man im Auge behalten:
Spätestens zwei Stunden vor dem Hochwasserzeitpunkt sollte man den
Rückweg zum Festland antreten. Vorsicht ist geboten, wenn man eine
Rinne oder einen mit Wasser gefüllten Priel durchquert: Bei
auflaufender Flut können diese Wasserläufe zu unüberwindbaren
Hindernissen werden, die den Rückweg abschneiden.
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